Virechana
Die zweite der fünf Handlungen ist Abführen, Virechana. Es dient zur Ausleitung von Kapha, vor allem aber von Pitta. Ausdruck von übermäßigem Pitta sind unter anderem Allergien, Augenprobleme, chronische und akute Entzündungen, chronisches Fieber, Gereiztheit und Aggressivität, Hämorrhoiden, Hauterkrankungen (z.B. Schuppenflechte, Neurodermitis), Erkrankungen der Leber und der Milz, Magen? und Zwölffingerdarmgeschwüre, Schilddrüsenüberfunktion.
Am Vorabend des Abführtages werden eine Ölmassage und ein Dampfbad durchgeführt, wodurch die Doshas zu ihrem Hauptsitz transportiert werden sollen, um von dort ausgeschleust zu werden.
Je nach angestrebter Intensität der Darmentleerungen werden unterschiedliche Abführmittel eingesetzt, am häufigsten Rizinusöl. Die Dosis wird individuell für den Patienten gewählt und löst erfahrungsgemäß fünf bis zehn Darmentleerungen aus. Ein starker Pitta?Uberschuss äußert sich beim Abführen durch Brennen in der Afterregion bei den letzten Entleerungen.
Während der Darmentleerungen sollte der Patient keine feste Nahrung zu sich nehmen, der Flüssigkeitsverlust wird mit Kräutertee oder warmem Wasser ausgeglichen. Die erste Mahlzeit besteht aus Reissuppe oder Lassi. Dieses Joghurtgetränk soll helfen, die Darmflora wieder behutsam aufzubauen. Da Pitta – und damit die Verdauungskraft – durch das Abführen vermindert wird, ist es wichtig, in dieser Zeit auf leichte, bekömmliche Kost zu achten und die Verdauungskraft schrittweise aufzubauen.