Vamana

Hinweis: Diese Therapieform wird üblicherweise in Europa nicht eingesetzt.

Der erste Schritt des Panchakarma dient klassischerweise der Ausleitung von Kapha, dessen Hauptsitz der obere Teil des Magens ist. Durch die vorbereitenden Behandlungen des Purvakarma hat der Körper sein überschüssiges Kapha dem Magen zugeleitet. Von hier muss es aus dem Körper geschleust werden, wobei der kürzeste Weg dazu über den oberen Verdauungstrakt führt, das heißt über Speiseröhre und Mund.

Am Vorabend des Vamana wird eine Synchronmassage des ganzen Körpers mit medizinierten Ölen (Abhyanga) durchgeführt. Dadurch werden die Gifte und Doshas, die in der Ghee Therapie, gebunden wurden, aus den Geweben gelöst. Danach folgt ein Dampfbad mit Heilkräutern, durch das Kapha aufgeweicht und zu seinem Stammsitz im Magen geleitet wird. Auch die anderen überschüssigen Doshas fließen dabei zu ihrem Hauptsitz – Pitta zum Zwölffingerdarm und Dünndarm, Vata zum Dickdarm.

Bei der Vamana-Therapie werden verschiedene natürliche Wirkstoffe eingesetzt, die einen Brechreiz auslösen, zum Beispiel eine spezielle Zubereitung mit langem Pfeffer. Die Behandlung ist äußerst anstrengend. Deshalb sind eine strenge Indikation und intensive medizinische Überwachung Voraussetzung. Danach sind einige Tage der Erholung notwendig. Die Therapie bedingt eine kräftige Konstitution. Sie ist vornehmlich im Frühjahr angezeigt, um das angereicherte Kapha des Winters auszuleiten.

Üblicherweise wird Vamana in unseren Breitengraden nicht praktiziert, weil es eine Vielzahl von Gegenanzeigen für diese Therapie gibt. An ihrer Stelle wird gründliches Abführen zur Ausleitung von Kapha angewandt.