Vata, Pitta und Kapha wirken in der gesamten Natur ebenso wie in unserem Körper und Geist. Befinden sie sich im Gleichgewicht, fühlen wir uns wohl und erfreuen uns bester Gesundheit. Neben Tagesroutine und Ernährung beeinflussen auch die Jahreszeiten das Gleichgewicht der Doshas.
FRÜHLING
In der “Charak Samhita”, dem klassischen ayurvedischen Lehrbuch, wird der Einfluss der Natur im Frühling wie folgt beschrieben: “Im Frühjahr wird durch die Wärme der Sonne das im Winter angehäufte Kapha im Körper verflüssigt. Dadurch kann es zu einer Beeinträchtigung der Verdauungskraft und des Stoffwechsels kommen, woraus eine Vielzahl von Beschwerden entstehen können.”
Das Kapha-Dosha hat die Eigenschaften “kalt”, “flüssig”, “schwer” und “zäh”. Deshalb haben viele Menschen im Frühjahr eine laufende Nase und einen dumpfen, schweren Kopf. Auch die Frühjahrsmüdigkeit ist nichts anderes als zuviel an Kapha. Daher empfiehlt der Ayurveda zum Ende der Winterzeit ganzheitliche, Kapha reduzierende Maßnahmen.
Achten Sie auf leichte Ernährung und die Stärkung der Verdauungskraft. Regelmäßige körperliche Betätigung ist im Frühling besonders wichtig. Maßvolles Sonnenbaden, besonders vormittags, hilft, das Kapha-Dosha zu reduzieren und Ihr Wohlbefinden zu steigern.
Vermeiden Sie Schlaf während des Tages. Fühlen Sie sich tagsüber schläfrig, ist es besser, einen halbstündigen, zügigen Spaziergang an der frischen Luft zu machen, als einen Mittagsschlaf zu halten.
Gehen Sie viel an die frische Luft und genießen Sie das Aufblühen der Natur.
Panchakarma ist jetzt besonders hilfreich, um den Körper von angesammelten Schlackenstoffen zu befreien und die körperlich-geistige Verfassung nachhaltig zu verbessern.
SOMMER
Wenn die Temperaturen steigen, nimmt Pitta in der Umgebung zu. Der Körper reduziert sein inneres Agni (= Feuer). Dies führt zur Drosselung der Wärmeproduktion, einer Absenkung des Stoffwechsels und Reduzierung der Verdauungskraft: Bei Hitze fällt jegliche Aktivität schwerer und der Appetit ist klein. Geben Sie dieser natürlichen Tendenz nach und passen Sie Ihre Ernährung und Aktivität den äußeren Umständen an.
Reduzieren Sie salzige, saure, scharfe und sehr heiße Nahrung. Bevorzugen Sie die Geschmacksrichtungen süß, bitter und herb.
Die Verdauung arbeitet im Sommer auf Sparflamme. Achten Sie aus diesem Grund darauf, nur in Maßen zu essen. Leichte Speisen sind zu bevorzugen: Gemüsesuppen, Gemüsereis oder Nudeln. Salate als Beilagen sind jetzt das Richtige. Auch Obst ist leicht und belastet den Körper kaum.
Trinken ist besonders wichtig, da der Körper wegen vermehrten Schwitzens viel Flüssigkeit verliert. Kalte Getränke sind für Menschen mit starkem Pitta akzeptabel, jedoch niemals zu einer Mahlzeit, da sie dann die Verdauungskraft schwächen.
Für sportliche Aktivität im Sommer gilt: verausgaben Sie sich nicht. Bevorzugen Sie Schwimmen oder Spazierengehen in der Natur.
Setzen sie sich nie zu lange direkter Sonneneinstrahlung aus. Achten Sie darauf, dass der Kopf kühl bleibt.
HERBST UND WINTER
Aufgrund der äußeren Kälte ist das innere Agni – die Verdauungskraft – normalerweise stärker als zu den anderen Jahreszeiten. Deshalb können Sie jetzt ruhig etwas kräftiger und reichhaltiger essen. Zu leichte Nahrung würde bewirken, dass das starke Verdauungsfeuer Körpergewebe abbaut und Vata aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Ebenso bewirken Wind und Kälte eine Erhöhung des Vata-Doshas, da dieses die Haupteigenschaften luftig, trocken, kalt und unregelmäßig besitzt. Deshalb sind im Herbst und Winter Vata reduzierende Maßnahmen von Vorteil.
Bevorzugen Sie warme und nahrhafte Speisen, Milchprodukte, Nüsse und Mandeln. Reduzieren Sie Rohkost, Salate, Kohlsorten und trockene Speisen.
Achten Sie auf warme, natürliche Kleidung (z.B. feine Lambswool) und meiden Sie in geschlossenen Räumen Zugluft und Trockenheit.
Da im Winter Stoffwechsel und Körperkraft beim gesunden Menschen stärker sind als zu anderen Jahreszeiten, können Sie sich etwas mehr körperlich betätigen. Achten Sie aber darauf, dass Sie sich nicht verausgaben und ein gesundes Maß an Aktivität und Ruhe einhalten.
Ganz besonders empfehlenswert ist jetzt eine regelmäßige Tagesroutine, denn diese gleicht Vata aus. Nehmen Sie deshalb Ihre Mahlzeiten regelmäßig ein, gehen Sie ungefähr zur selben Zeit – und nicht zu spät – zu Bett und stehen Sie immer um dieselbe Zeit auf. Dies hat oft eine deutliche Verbesserung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens zur Folge.
Reduzieren Sie vor allem im Herbst und Winter nach Möglichkeit alles, was das Vata-Dosha aus dem Gleichgewicht bringt. Dies sind in erster Linie Stressfaktoren wie Überbelastung am Arbeitsplatz, langes Reisen, spätes zu Bett gehen und zuviel fernsehen.
Bitte beachten Sie, dass die hier aufgeführten Empfehlungen allgemeiner Natur sind und jedem Menschen gut tun.
EIN AYURVEDISCHER ARZT KANN IHNEN INDIVIDUELL ABGESTIMMTE EMPFEHLUNGEN GEBEN.