Die meisten Umweltgifte, denen wir heute zwangsläufig ausgesetzt sind, und die sich im Laufe der Zeit in unserem Körper ansammeln, sind fettlöslich. Sie lösen sich nicht in Wasser und sind daher auch nicht durch Wasser oder wässrige Lösungen auszuschwemmen. Dazu gehören unter anderem Dioxine, polychlorierte Biphenyle, Alkylphosphate, Pestizide und Herbizide, aber auch Narkosegase und viele Medikamente, die sich mit fettigen Gewebestrukturen verbinden. Man benötigt fetthaltige Trägerstoffe, um diese Krankheit verursachenden Stoffe zu lösen.

SNEHANAVERABREICHUNG ÖLIGER SUBSTANZEN

Wir unterscheiden das innere und das äußere Snehana. Entscheidet man sich bei der Therapie für beide Formen, so beginnt man mit dem inneren Snehana. Im allgemeinen verwendet man dazu Butterfett (Ghee). Ghee wirkt kühlend, macht die Gewebe weich und zerstört überschüssiges Vata. Man kann jedoch auch in speziellen Fällen andere Fette wie beispielsweise Sesamöl oder Senfsamenöl einsetzen. Diese Öle sind hitzend und stabilisierend, stärken, geben der Haut Glanz, besänftigen Vata und erhöhen nicht Kapha.

Das vom Arzt ausgewählte Öl wird in steigender Dosierung über einen Zeitraum von drei bis sieben Tagen frühmorgens verabreicht, da zu dieser Zeit die Verdauungskraft (Agni) schwach ist und das Fett nicht sofort verstoffwechselt wird. Nur dann kann es im Körper die angestrebte Wirkung entfalten. Ist der Körper mit Fetten gesättigt, wird diese Phase beendet. Zu den Zeichen eines ausreichenden Snehana zählen:

- Abneigung gegenweitere ölige Substanzen – Guter Appetit – Lockerer, weicher und fetter Stuhl – Gefühl der Leichtigkeit – Angenehme, wohlige Müdigkeit – Weiche und leicht ölige Haut

Während des inneren Snehana können verborgene Symptome, unter denen ein Patient leidet, auftreten, wie Kopfschmerzen, Wirbelsäulen-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Auch können sich bestehende Krankheitszeichen verstärken. Erfahrungsgemäß verschwinden sie nach einigen Tagen völlig.

ÄUSSERES ÖLEN – DIE AYURVEDISCHEN MASSAGEN

Nach der Phase des inneren Snehana beginnt das äußere Ölen. Dabei sind die verwendeten Öle auf die Dosha-Konstellation des Patienten abgestimmt.

Fast alle Formen ayurvedischer Massagen werden synchron von zwei Therapeuten bzw. Therapeutinnen ausgeführt, das heißt, beide Körperhälften werden gleichzeitig und in gleicher Weise behandelt. Nach ayurvedischer Tradition werden Männer von Männern und Frauen von Frauen therapiert. Die Massagen dauern zwischen 40 und 60 Minuten und werden in Stille durchgeführt – Therapeuten und Patient widmen ihre Aufmerksamkeit ausschließlich der Behandlung. Die Bewegungen der Therapeuten laufen völlig gleichförmig und synchron ab – für den Patienten eine äußerst wohltuende, angenehme Erfahrung.

Die Haut beider Körperhälften wird synchron angeregt, damit die Berührungsreize an beide Hälften des Gehirns ebenso gleichstimmig über
tragen werden. Dadurch soll über das Nervensystem eine ausgleichende Wirkung auf alle Körperfunktionen ausgehen. Die Synchron-Massage wirkt weit über die Effekte für Muskulatur und Bewegungsapparat hinaus. Sie harmonisiert die Körperfunktionen und Gefühle, schleust überschüssige Doshas aus und besänftigt Vata.

Unter den Ölbehandlungen, also dem äußeren Snehana, gibt es eine Reihe unterschiedlicher Techniken:

- Abhyanga – Vishesh – Udvartana – Garshan

Neben diesen Formen der Massage zählen noch weitere Behandlungen zum äußeren Snehana, der äußerlichen Ölanwendung.

Shirodhara

• Shirobasti

Dies ist ein Kopfguß, bei dem in eine mitraähnliche, oben geöffnete Kopfhaube mediziniertes, der Dosha-Störung entgegenwirkendes Öl gegossen wird. Dieses Öl wird etwa eine halbe Stunde auf dem Kopf belassen, bis der Patient einen leichten Tränenfluss bemerkt. Die Wirkungen und Anwendungsbereiche dieser Therapie stimmen weitgehend mit denen des Stirngusses überein.

• Netra-Tarpana

Bei dieser Augenbehandlung wird ein Teigring um die Augen gelegt und flüssiges, körperwarmes Ghee (Butterfett) in die Augenhöhlen gegossen. Der Teig wirkt wie ein Damm und verhindert, dass das Ghee abfließt. Diese Behandlung wird bei vielen Augenerkrankungen durchgeführt, vor allem bei chronischer Bindehautentzündung, mangelndem Tränenfluß, grauen Star sowie bei Weit? und Kurzsichtigkeit.

• Andere Tarpanas

Dabei handelt es sich um lokale Ölanwendungen in Körperhöhlen, zum Beispiel in den Ohren bei Schmerzen oder in der Vagina bei Menstruationsbeschwerden.